Video von Reschke Fernsehen (ARD)
Deutschland steht finanziell unter Druck — Kitas fehlen, Schulen sind marode, Brücken kaputt. Gleichzeitig sitzen in Deutschland so viele Milliardäre wie kaum woanders (Platz 4 weltweit). Die Doku zeigt, wie die Superreichen ihr Vermögen mit einem weitgehend unbekannten Instrument komplett aus der Steuerpflicht ziehen: der Familienstiftung.
Während Otto-Normal-Erbe Erbschaftssteuer zahlt und Arbeitnehmer bis zu 45 % Einkommensteuer abdrücken, zahlen Reiche mit einer Familienstiftung nur 15 % Körperschaftsteuer — und die Erbschaftssteuer umgehen sie komplett.
Politiker sagen immer: „Starke Schultern müssen mehr tragen." In der Realität haben Deutschlands Reiche Werkzeuge gefunden, ihre Schultern komplett aus der Verantwortung zu ziehen — legal. Die Doku zeigt, dass dies kein Einzelfall ist, sondern ein systematisches, von einer ganzen Beraterindustrie beworbenes Modell.
„Das wirksamste Vehikel zur Vermeidung von Steuern auf größere Vermögen ist in den letzten zehn Jahren ganz klar die Familienstiftung." — Felix Oldenburg
Stiftungen bürgerlichen Rechts gehören rechtlich nur sich selbst. Der Staat hat nur begrenzt Mitspracherecht. Neben gemeinnützigen Stiftungen (Bibliotheken, Kultur, Altenpflege, Demokratieförderung) gibt es private Stiftungen — die Familienstiftung. Diese ist für die Ewigkeit ausgelegt und dient nicht der Allgemeinheit, sondern der eigenen Familie.
| Jahr | Familienstiftungen in DE |
|---|---|
| 2019 | ~1.100 |
| 2026 | ~3.000 (3× mehr) |
| Neugründungen | Fast jede 2. Stiftung ist eine Familienstiftung |
Die Familienstiftung funktioniert wie ein Schachbrett: Man packt sein Vermögen hinein — Unternehmen, Immobilien, Aktien, alles. Dann kann man die Figuren so ziehen, dass der Staat leer ausgeht.
| Ohne Stiftung | Mit Familienstiftung |
|---|---|
| Einkommensteuer bis 45 % | Körperschaftsteuer nur 15 % |
| Kapitalertragsteuer 25 % | Maximal 15 % |
| Erbschaftssteuer bis 30 % | 0 % |
Alles, was in der Stiftung Einkommen erzielt (Mieten, Aktiengewinne, Unternehmensgewinne), wird mit nur 15 % besteuert.
Der Staat hat die Erbersatzsteuer eingeführt (alle 30 Jahre fällig). Die Reichen umgehen sie mit zwei Methoden:
„Das ist nicht mal Schach — das ist 'n billiger Hütchenspieler-Trick."
Selbst wenn Deutschland eine Vermögensteuer einführen würde: Wer sein Vermögen in einer Familienstiftung hat, ist davor geschützt. Auch die Wegzugsteuer wird umgangen — der Reiche muss nicht mal Deutschland verlassen.
| Berater | Spezialgebiet |
|---|---|
| Sascha Drache („Stiftungspapst") | Stiftungsberatung |
| Prof. Dr. Christoph Juhn | Stiftungsrecht |
| Prof. Dr. Dr. Olaf Gierhake | Vermögensschutz |
Auf Nachfrage der Redaktion betonen die Berater: Es ginge nicht um Steuersparen, sondern um Erbstreitigkeiten. In der Werbung klingt das anders:
„Unsere Mandanten haben zwei Probleme: Erstens: Sie haben zu viel Geld. Zweitens: Sie zahlen zu viele Steuern."
Die Politik wollte Anfang 2026 ein Stiftungsregister veröffentlichen — verschoben auf 2028. Selbst wenn es kommt, werden nur Grunddaten enthalten sein. Die interessanten Infos (Vermögenswerte, Begünstigte) bleiben geheim.
Der Milliardär Heinz Hermann Thiele hatte versäumt, sein Vermögen rechtzeitig in eine Stiftung zu stecken. Beim Erbfall 2021 kassierte der Staat 4 Milliarden Euro — die höchste Erbschaftssteuer der Bundesrepublik. Hätte er eine Stiftung gehabt, wäre die Steuer bei 0 gewesen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Erbschaftssteuer DE 2024 (gesamt) | 8 Mrd. € |
| Nur Thiele-Erbe | 4 Mrd. € |
| Mögliche Steuer weiterer Milliardäre | 10–15 Mrd. € jeweils |
Ein guter Teil der deutschen Familienvermögen hat sich unwiederbringlich aus allen Steuerdebatten entzogen. Selbst wenn die Erbschaftssteuer reformiert oder eine Vermögensteuer eingeführt würde: Das Geld in den Familienstiftungen ist weg.
„Wer Nannys hat, braucht keine Kitas. Wer Privatschulen hat, braucht keine Schulen. Wer Villen hat, braucht keine Wohnungen. Marode Brücken überfliegen sie im Privatjet. Aber die Behörden, die eure Familienstiftungen genehmigt haben, werden aus Steuern bezahlt."